Ein Graphologe interpretiert Handschriften. Lesen Sie zwei kurze Texte und machen Sie sich selbst ein Bild. Die folgende Handschrift stammt von einer Dame.

Ein Graphologe interpretiert Schriftmerkmale wie zum Beispiel die Größe aufeinander bezogen. So werden sie spezifisch, individuell. Diese Schrift ist groß. Dieses Merkmal bedeutet hier selbstbewusstes Auftreten, einen weiten Aktionsradius, einen hohen Anspruch an sich selbst und an das Leben, sowie exzentrisches Verhalten. 'Exzentrisch' trifft hier deshalb zu, weil die Dame kraftvoll, kreativ und unkonventionell zu Werke geht. Sie bringt die Buchstaben gestalterisch frei, kaltschnäuzig und weit ausholend aufs Papier, schreibt wie auf einem Plakat und nutzt den voll Raum aus. Schwungvoll ist die Strichführung, was ein hohes Energieniveau anzeigt. Die Buchstaben sind schnörkellos, recht mager, clever miteinander verbunden (siehe die Verbindung vom b zum i im Wort 'bin'). Das zeigt Scharfsinn, einen guten Sinn für Ökonomie und ein Abstraktionsvermögen an - eine hellwache, resolute Person, die etwas fest und nicht mehr in Frage stellt, erkennbar an der rigorosen Buchstabengestaltung. Die Schrift ist stark unterbrochen. Dieses Merkmal bedeutet oft Nervösität - was auch bei dieser Schrift zutrifft.
Persönlichkeiten mit einer solchen Handschrift sind oft Künstler. Diese Dame braucht wegen ihres enormen Temperaments verständnisvolle Freunde, Partner und Familie :-)
Bildquelle: Ulrich Welte: Handschrift und Homöopathie, S. 312
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Eine weitere Dame, aber ein ganz anderer Persönlichkeitstyp zeigt sich in folgender Handschrift:

Eine weiche, zarte Strichführung in einer Schrift, die weitgehend der Schulform entspricht. Das zeigt eine Ansprechbarkeit und Liebenswürdigkeit an, zusammen mit dem Bedürfnis, ein konventionell ausgerichtetes Leben zu führen. Die Schrift ist gleichmäßig bei ruhigem Schreibtempo, was auf ein Sicherheits- und Ruhebedürfnis hinweist. Die Dame schreibt Schleifen als würde sie ein feines Geschenk verpacken. 'Fein' ist der Schlüsselbegriff zu dieser Handschrift. Der zarte Strich lässt sich als Feinsinn und Gespür für die schönen und adretten Dinge interpretieren. Die korrekt geschriebene Schleife im 'k' zeigt eine hohe Verlässlichkeit, vor allem im Detail an. Sie arbeitet punktgenau, ordentlich und ist sehr diszipliniert (Gleichmaß). Die Schrift wirkt durchsichtig - ein treffsicherer Hinweis auf das Bedürfnis, ein integeres Leben ohne Fehl und Tadel zu führen.
Bildquelle: Ulrich Welte: Handschrift und Homöopathie, S. 245