S c h a m a n i s m u s
Wer bin ich?
Was ist meine Aufgabe in meinem Leben?
Wie kann ich mein Los verbessern?
Zu diesen Fragen sollte jeder metaphysische Berater Antworten für seine Klienten haben, aber eigentlich wäre das die Aufgabe der Kirchen. Die Esoterik hat nur deshalb einen Stellenwert, weil die Kirchen ein Vakuum hinterlassen haben. Viele Menschen, die mit ihren Fragen zu Existenz und Jenseits von Geistlichen nicht die Antworten bekommen, die sie erhofften, fanden zum Beispiel eine Heimat in spirituellen Gesprächskreisen. Doch wie jeder Markt strebt auch der Esoterik-Markt nach Wachstum und deshalb vereinnahmt die Szene alles was an Themen brauchbar erscheint. So auch den Schamanismus. Dieser ist aber k e i n e Esoterik.

Der Schamanismus ist die einzige menschliche Erfindung mit einem schlüssigen Konzept der Seele. Seit langem beschäftigt sich der Buddhismus mit der Schulung des Geistes, aber Buddhisten wissen nichts über die Seele, viele Psychologen übrigens auch nicht, denn Psychologen arbeiten unter dem Selbstanspruch, Naturwissenschaftler zu sein. Die Seele ist m. E. etwas Einfaches: klein, aus vielen Teilen zusammen gesetzt und oft sehr verwundbar, was daran erkennbar ist, dass Teile nach einem Trauma verloren gehen können. Schamanen versetzen sich in Trance, um diese Seelenteile zurück zu holen. Sie werden darin trainiert, innere Bilder wahrzunehmen und diese Bilder sind oft ebenso einfach wie kindlich. Schamane zu sein ist ein harter Job und die Ausbildung dauert lange. Der Schamane hat weder einen Porsche noch eine Sprechstundenhilfe, aber er holt auf: Mancher hat inzwischen Handy und Faxgerät :-)